Wie nachhaltig handeln wir wirklich?

Um als Unternehmen in der heutigen Zeit Erfolg zu haben, ist die Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit unabdinglich. Doch die Linie zwischen nachhaltigem Handeln und der reinen Vermarktung von Nachhaltigkeit verschwimmt zunehmend. Wie man sich davor schützen kann und ob KoRo ein nachhaltiges Unternehmen ist, erfährst Du hier.

„Nachhaltigkeit“ ist wohl das prominenteste Wort des 21. Jahrhunderts und hat gerade in den letzten Jahren eine steile Karriere hingelegt. Egal ob bei einer Regierungserklärung, der UN oder im Müsliregal beim REWE um die Ecke: Das Wort ist omnipräsent. Laut Duden wird Nachhaltigkeit in der Ökologie als ein Prinzip verstanden, „nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann". Das bringt auf jeden Fall schon mal Licht ins Dunkeln, wenn man sich fragt, warum der Begriff ab dem 17. Jahrhundert Beliebtheit gewann. Denn schon in dem frühkapitalistischen Europa machte sich die Angst breit, dass sich eine Ressourcenkrise anbahnt. Damals ging es um Holz. Doch heute spitzt sich die Lage immer mehr zu. Wir überlasten in mehreren Bereichen unsere erneuerbaren Ressourcen. Schon Ende Juli haben wir unser weltweites Jahresbudget für erneuerbare Ressourcen ausgeschöpft (Global Footprint Network 2019) und das bedeutet nur eins: Die Erde ist überlastet. Nachhaltiges Leben heißt also die Devise der Moderne. Doch was bedeutet das genau?1trP0FyA5XENMz

Die Grafik zeigt: Wir leben über unseren Verhältnissen- auch aus ökologischer Sicht. Bis zu einem bestimmten Grad sind Landwirtschaft, Fischerei, Abholzung und Städtebau für die Erde auszuhalten (hier weißer Rahmen). Aber es gibt Regionen, in denen wir diese Grenze in Deutschland deutlich überschreiten (hier mit Ausrufezeichen gekennzeichnet). Von dem Global Footprint Network wurde ausgerechnet, dass wir für eine CO2-Kompensation eine zusätzliche Naturfläche von 261 Millionen globalem Hektar bräuchten. Ein erschütterndes Ergebnis, doch zum Glück kann jeder in seinem eigenen kleinen Kosmos zur Nachhaltigkeit beitragen. Das kann ziemlich einfach und logisch sein. Zum Beispiel nach dem Prinzip „Weniger ist mehr“. Also weniger falsche Wimpern für die Damen, weniger Axe “Dark Temptation” für die Männer, die man schon 100 Meilen gegen den Wind riecht, und weniger Kleidung. Nicht weniger Kleidung am Körper tragen, obwohl das sicherlich bei manchen sehr angenehm anzusehen ist, sondern vielleicht nur ein Shirt von guter Qualität kaufen, anstatt 20 zu dem gleichen Preis bei Primark, welche man nach einmaligem Tragen entsorgen muss, weil sie verformt und zerrissen aus der Waschmaschine kommen. Und man kann natürlich auch an Verpackungsmüll sparen, wenn man Großpackungen bei KoRo kauft (#Werbung).

2voFz6XfIuOb5QNachhaltiger zu sein kann aber eben auch ziemlich teuer enden, zum Beispiel, wenn man Zug fährt anstatt zu fliegen, mehr für Ökostrom bezahlt, statt bei Check24 einfach immer den billigsten Anbieter zu nehmen. Oder in einen Kaffeebecher aus Bambus zu investieren, um den Einweg Bechern endgültig den Kampf anzusagen.
Doch genau hier wird es kompliziert, denn wie Chris Martin schon 2002 richtig erkannte: „Nobody said it was easy.” (Coldplay- The Scientiest, 2002)

Nehmen wir einmal das Beispiel Bambusbecher, weil das mit Kaffeetrinken einhergeht und wir Deutsche unseren Kaffee lieben. Genau genommen lieben wir ihn ca. 34 mal im Jahr to go, abgefüllt in Einwegbechern. Das sind umgerechnet 2,8 Milliarden Becher und 40 000 Tonnen Müll. Also her mit den wiederverwertbaren Bambusbechern, welche gerne als recycelbares, naturbelassenes und biologisch abbaubares Produkt vermarktet werden.

Die Lösung scheint wunderbar und so nah und doch ist sie meilenweit von dem entfernt, was sie vorzugeben scheint. Denn wie der neuste Test von Stiftung Warentest (2019) zeigt, sind wir in diesem Zusammenhang noch sehr grün hinter den Ohren. Dass aus einer Bambusfaser nicht sofort ein Bambusbecher entsteht, ist uns allen irgendwie klar. Es muss nämlich geklebt werden und genau das wird mit dem Kunststoff Melaminharz getan. Diese Mischung aus Formaldehyd und Melamin wird unter anderem auch verwendet, um buntes, kleines Kindergeschirr herzustellen. Sie ist daher grundsätzlich erstmal gar nicht so schlimm, solange der Kunststoff ordentlich verarbeitet wird und bestimme Bedingungen bei Gebrauch eingehalten werden. Eine davon besagt jedoch, dass er nicht über 70 Grad Celsius erhitzt werden darf, weil sich die Bestandteile des Klebers sonst lösen. Und da Kaffee bekanntermaßen ein Heißgetränk ist, wurden bei dem Test erhebliche Spuren der Kunststoffe in dem Heißgetränk wiedergefunden, die wir beim genüsslichen Schlürfen schnurstracks in unseren Körper aufnehmen. Und das ist nicht ganz ohne: Melamin greift das Blasen- und Nierensystem an, während Formaldehyd Haut, Atemwege und Rachen angreift und in dem Verdacht steht Krebserregend zu sein. Eine echte Kaffeeklatsche und sicherlich nicht das, was man sich vorstellt, wenn man 15 Euro für einen Becher bezahlt.

Auch bei Bambuszahnbürsten muss uns bewusst sein, dass die Borsten meistens aus Kunststoff bestehen und wir auch hier für ein vermeintlich 100 %iges Naturprodukt mehr bezahlen.
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Leider sprechen auch bei der Entsorgung von Bambus Marketing und Realität zwei unterschiedliche Sprachen. Reiner Bambus ist durchaus ein Rohstoff, der abbaubar ist. Es ist nur eine Frage der Zeit. Denn es handelt sich hierbei nicht um eine Bananenschale, die man auf den Kompost werfen und vergessen kann, weil die Natur sie auf mehr oder weniger magische Weise verschwinden lässt. Es handelt sich um dickwandigen Bambus, der selbst nach Jahren nicht verrottet und bei dem auch industrielle Kompostieranlangen nicht mehr helfen können. Es bleibt energetisches Recycling. Hört‘ sich schön und nachhaltig an, dabei handelt es sich lediglich um Verbrennung, um die Energie, die im Bambus gespeichert ist, für die Generierung von Energie und Wärme zu nutzen. Also sind wir in Wahrheit irgendwie nur einen kleinen Schritt weiter oder?

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Wir wollen mal nicht ganz so hart sein, denn obwohl nicht alles gehalten wird, was die Produkte versprechen, tragen sie doch zu einer „Nachhaltigkeitsawarness” bei. Intensiver als je zuvor setzt sich der Mensch damit auseinander, was er der Erde mit seinem Konsumverhalten antut. Keine Tagesschau vergeht, ohne dass uns Plastik in den Meeren oder Naturkatastrophen gezeigt werden. Kein Instagram Scroll findet statt, ohne dass man von Influencern über die neusten Zero Waste Erscheinungen informiert und mit einem Rabattcode zum Kaufen animiert wird. Und das ist auch durchaus gut so, denn so bekommen wir ein Gefühl dafür, dass wir etwas ändern müssen. Und viele von uns sind offensichtlich mehr als bereit dafür, Geld zu investieren, um Gutes zu tun.

Doch an welcher Stelle macht es wirklich Sinn?
Wir wollen Nachhaltigkeit keineswegs schlecht reden. Wir wollen nur aufklären und Dich dazu anregen, Dein eigenes nachhaltiges Handeln zu hinterfragen.
Der Mensch ist ein Bequemlichkeitstier und daher erscheint es sinnvoll, wenn man einen Müsli Riegel für 2,50 Euro kauft, umhüllt von einer fancy Verpackung, auf der angepriesen wird, dass von dem Mehrbetrag, den man zahlt, ein Essen an Menschen in Not gespendet wird. Hört sich himmlisch an und die Produkte erfreuen sich auch riesiger Beliebtheit. Leider geht die Rechnung nicht ganz auf.
Nehmen das Beispiel eines herkömmlichen Müsli Riegels, der in einer 8er Packung 99 Cent kostet. Runter gerechnet auf einen Riegel sind das schlappe 12 Cent. Das ergibt einen Unterschied von 2,38 Euro pro Riegel verglichen mit dem oben genannten Riegel.
Laut shareameal.com, braucht es lediglich 40 Cent ,um ein Kind in einem notbedürftigen Land für einen ganzen Tag mit Essen zu versorgen.
Nach dieser wirklich einfachen Rechnung würde es also mehr Sinn ergeben und mehr nützen, wenn man statt dem Riegel, der eine Mahlzeit inkludiert, den preiswerteren Riegel kauft und die ersparten 2,38 Euro an, zum Beispiel, shareameal spendet. Das würden rund 16 Mahlzeiten für Menschen in Not ergeben.

Und weil wir gerade beim Hinterfragen sind, wollen wir doch gleich mal weitermachen und herausfinden, wie eigentlich wirtschaftliche Effizienz und Nachhaltigkeit zusammenpassen.
Offiziell gibt es drei Säulen auf denen Nachhaltigkeit aufbaut: Ökologie, Ökonomie und Soziales. Und weil alle guten Dinge bekanntlich drei sind, gibt es auch drei Strategien, die hier verfolgt werden: Effizienz, Konsistenz und Suffizienz. Für uns ist vor allen Dingen die ökologische Effizienz interessant, weil diese am meisten von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.
Hier lautet das Prinzip: „Aus weniger mach mehr“.
Man will also einen möglichst geringen Einsatz von Energie und Rohstoffen pro Ware erreichen. KoRo setzt dieses Prinzip um, indem wir große Gebinde anbieten und dabei an Verpackung sparen. Das erklärte Ziel, möglichst viele einzelne Handelsstufen zu überspringen, welche Energie und Geld kosten. Dabei achten wir besonders darauf, hohe Mengen der Ware einzukaufen, damit diese nicht immer einzeln eingeflogen bzw. eingeschifft werden muss, denn das spielt der Effizient ebenfalls in die Karten. Wie genau und warum diese Rechnung aufgeht, erklären wir Dir anhand eines konkreten Beispiels hier.
Daher können wir unsere Ware im Vergleich preiswerter anbieten, was uns allerdings auch gleichzeitig zur Achillesferse dieser Strategie bringt. Denn je billiger die Ware, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir als Konsumenten mehr verbrauchen. Ein kleiner Teufelskreis also, dem jeder einzelne von uns aber entgegenwirken kann.
Denn ein wichtiger Punkt, wenn es um Nachhaltigkeit geht, ist nicht immer das zu kaufen, was als besonders ökologisch angepriesen wird oder nachhaltig aussieht. Nein, es gilt vor allen Dingen darauf zu achten, dass wir tatsächlich nur das konsumieren, was wir auch wirklich benötigen.

Quellen:

Global Footprint Network (2019). Data Footprint Country Trends - Global Footprint Network - Advancing the Science of Sustainability. [online] online verfügbar: http://data.footprintnetwork.org/#/countryTrends?cn=79&type=BCpc,EFCpc

 Stiftung Warentest(2019). Bambusbecher im Test - Testkommentare Bambusbecher - Stiftung Warentest. [online] Test.de. online verfügbar: https://www.test.de/Bambusbecher-im-Test-Die-meisten-setzen-hohe-Mengen-an-Schadstoffen-frei-5496265-0/

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